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Die unreale Realität des realen Lebens im Kontrast zur Plausibilität des Banalen

Klingt erst einmal ziemlich nichtssagend.

Um überhaupt zu verstehen, was ich damit sagen will, muss man natürlich wissen, worum es geht. Alles eine Frage des Bezugsystems. Es geht bei diesem heutigen Gedanken nicht um die Frage, ob wir in einer Matrix leben, oder ob wir unser Leben nur in einer Traummaschine verbringen, nein, es geht um etwas scheinbar viel simpleres, was es deswegen aber nicht zwingend einfacher zu handhaben macht. Man sollte auch die kleinen Gedanken nicht unterschätzen, auch wenn es auf den ersten Blick unbedeutend zu sein scheint.

Ich habe mir Gedanken gemacht über die mediale Wirklichkeit im Bezug zur Realität. Aber nicht in dem Sinne von retuschierten Bildern, Fantasie-Idealen oder irgendwelchen Stars. Diesmal geht es um die Handlungen in den Medien, vor allem natürlich in fiktiven  Filmen/Serien etc. Die Handlungen in den Nachrichten oder Polit-Shows, das ist ein anderes Thema. Wir nehmen das rein Fiktive, das was sich irgendwelche Drehbuchautoren aus den Fingern saugen, um die Menschen zu "entertainen". Und überprüfen dies auf ihren Wahrheitsgehalt. Natürlich wird man nun denken "Das ist alles ausgemachter Unfug, so etwas passiert niemals im realen Leben!".

Ist das wirklich so? 

Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und irgendwie muss man ja auf die Ideen für die Handlungen kommen, natürlich ist die Endfassung mit einer Menge Fantasie präpariert und von der Realität entfremdet, was eben diesen Hollywood-Effekt mit sich bringt, aber was ist wenn die GRUNDIDEE  auf einer wahren Begebenheit beruht? Was ist, wenn der Drehbuchautor von der Freundin der Bekannten der Tante erfährt, dass sie in eine Dreiecksbeziehung mit dem Nachbarn und dem Arbeitskollegen verstrickt ist? Ein paar Monate später findet sich vielleicht Julia Roberts in der ähnlichen Situation, nur mit ein bisschen mehr Glamour. Sicherlich, es finden sich viele Aspekte in der Lieblingsserie, die "einfach unmöglich" sind. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt und etwas von der Übertreibung rauszieht, klingt es gar nicht mehr so banal.

Diese Geschichten sollen ja gerade unterhalten. Sie brauchen die perfekte Zusammensetzung von a) einer Alltagssituation, die es einem ermöglicht, sich mit der Serie zu identifizieren und b) jede Menge Übertreibung, damit wir an der Serie "kleben" bleiben, da sie uns etwas Spannendes und Außergewöhnliches vermittelt. Möglicherweise erhebt sie so auch unser Wunschdenken und unsere Ansprüche an Alltagssituationen.

 Es ergeben sich immer mal wieder Situationen im Leben, da denkt man sich "Bin ich in einem schlechten Film?". Nur weil vielleicht mal nicht alles im Ruder läuft und gleichlinig langweilig ist. Die Filme erwecken in uns das Gefühl, dass alles was nicht gleich einschläfernd Öde ist (= unser Alltagsleben) sondern aufregend oder neu oder anders, geradezu eine Story aus dem neuesten Hollywood-Märchen sein muss. Wir haben gar kein Vertrauen in die Überraschungen des Lebens, weil wir vorgekaukelt bekommen, unser Leben sei eintönig und langweilig. Nur das, was den coolen Leuten hinter der Mattscheibe, pardon, dem LCD Plasmafernseher in HD, passiert sei aufregend.

 

Wenn wir also das nächste Mal den Fernseher anmachen und Brad Pitt und Angelina Jolie  versuchen, sich im gemeinsamen Haus umzubringen um anschließend zusammen auf dem Küchenboden zu landen, denken wir uns "Das ist ganz normal, so gings doch meiner Freundin und ihrem Typen letzte Woche auch..."

 

Der Autor

3.5.09 19:07

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