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And I always be waiting for you...

Dieser schnöde Ausdruck begegnet uns doch sicher in 85% aller Liebeslieder und sicher kennt jeder mindestens eine Groschen-Lovestory in der er/sie auf die/den Richtigen wartet...

Überhaupt warten wir sehr viel. Wir warten auf den Bus oder darauf, dass der Kollege endlich aus der Pause kommt. Wir warten auf den Sommer oder darauf, dass das nächste Album von dem Lieblingsinterpreten erscheint.  Wir warten sehnsüchtig auf das Weihnachtsfest und wenn wir nicht Weihnachts-begeistert sind erwarten wir das totale Grauen. Wir warten, bis die Werbepause endlich vorrüber und der Computer hochgerfahren ist oder wir stehen an der Supermarktkasse - und warten. 

Manchmal wissen wir nicht, für wie lange wir warten müssen.

In manchen Fällen, kann man es uns dafür umso genauer sagen. 

Vor der Achterbahn im Freizeitpark stehen in regelmäßigen Abständen Schilder mit "Ab hier warten sie 30 Minuten". Wunderbar. 

Warten. 

Für die meisten Menschen eine qualvolle, anspannende Zeit der Sehnsucht nach einer bestimmten Sache. Darauf folgt dann die Entspannung und die Glückseligkeit wenn das Warten ein Ende hat. Klingt ein wenig nach Entzugserscheinung, oder? Zumindest mehr oder weniger. Ich will jetzt nicht unbedingt sagen, dass wir überglücklich sind wenn nach 5 Minuten des Wartens der Bus kommt. Aber wenn nach zwei Jahren die Fortsetzung von einem spannenden Buch erscheint, hetzen wir in die Buchhandlung und drücken unseren Neuerwerb mit Vorfreude an uns. Auffallend dabei ist die Unfairness des Wartens. In welcher Relation steht das Warten zu dem Erhalten? Wenn wir jetzt besagte zwei Jahre auf das Buch gewartet haben, es aber innerhalb eines Wochenendes durchlesen...was haben wir davon? Wir wissen genau, dass es wieder elendig lange dauern wird, bis der nächste Band erscheint. Trotzdem können wir es kaum erwarten, das Buch schnellstmöglich zu lesen. Und wieder warten wir.

Wie bei allem gibt es auch beim Warten zwei Seiten der Medaille. Einmal steigt die Wertschätzung der Sache wenn man länger auf sie warten muss und sie nicht gleich erhältlich ist, auch wenn wir sie noch so dringend wollen. Wir lernen die Sache zu schätzen und gehen vielleicht auch sorgsamer mit ihr um, wenn wir sie dann einmal bekommen haben (auch wenn das nach einer Zeit wieder nachlässt, das Bedürfnis nach Besitz ist beim Menschen einfach zu stark ausgeprägt, außerdem spielt die Routine auch noch ihre Rolle dabei). Anderseits ist Warten teilweise reinste Zeitverschwendung, wenn man sie nicht richtig zu nutzen weiß. Natürlich macht man bei unserem zwei-Jahre-auf-das-Buch-Warten nicht nichts, aber wenn man 10 minuten auf die Bahn wartet, die dann noch weitere 10 Minuten Verspätung hat, fehlen uns irgendwo im Laufe des Tages 20 Minuten. Dabei kommt dann noch die Ungeduld, wenn man lange auf etwas warten muss. Irgendwann ist es nicht mehr die Vorfreude, sondern dieses ungeduldig-quengelige Gefühl, das uns auch mal ganz schön unausstehlich werden lässt. Deswegen hassen auch die meisten Menschen das Warten. Die steigende Wertschätzung wird einfach von der Ungeduld aus dem Weg geräumt.

Ob sich das wohl irgendwann ändert? 

Warten wirs ab.

Der Autor

19.4.09 21:14

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