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Lasst die Würfel rollen...

Ein Thema, welches mich schon lange in seinen Bann zieht:

Der Zufall.

 

All die Dinge, die zufällig geschehen. Sind sie von etwas Höherem (Schicksal) bestimmt? Sind sie gar der Wille Gottes? Oder geschehen Zufälle...per Zufall? Und wenn ja, was bedeuten sie für unser Leben? Wenn wir einige Ereignisse unseres Lebens rekonstruieren, wie viele davon ereigneten sich durch Zufall? Wie viele Bekanntschaften, spätere Freunde und Partner treffen wir durch Zufall? Haben Menschen, die sagen sie überließen nichts dem Zufall wirklich Recht? Kann man sein Leben dermaßen durchorganisieren, dass alles vorraussehbar ist? Und: will man das überhaupt? Sind es nicht die Zufälle, die bestimmte Ereignisse erst interessant machen? Geben sie nicht der Geradlinigkeit das  "Gewisse Etwas"? Warum sollten wir den Zufall berechnen?

Sehr viele Fragen und es stellen sich immer mehr.

Die Definition besagt, dass es sich beim Zufall um den Übergang aus einer Ausgangssituation, die mehrere Endsituationen ermöglicht, in genau eine dieser Endsituationen handelt, wobei zum einen keine erkennbare Ursache für das Zustandekommen dieser einen Endsituation vorliegt und zum anderen bei wiederholtem Vorliegen derselben Ausgangssituation auch die anderen Endsituationen eintreten können.

Dabei kennen wir die verschiedenen möglichen Endsituationen nicht. Der eingetretene Zufall hat uns all die anderenn Möglichkeiten genommen. Wer wollte das so? Ist überhaupt jemand dafür verantwortlich, dass letztendlich diese eine Möglichkeit zustande gekommen ist? Nehmen wir ein (eher leichtfüßiges) Beispiel: Simone findet Gefallen an ihren beiden Arbeitskollegen Dirk und Bastian. Beide sind sehr nett, sie unterhält sich mit beiden gern und findet sie auch attraktiv. Nur wer der Richtige ist, dass weiß Simone nicht. Eines abends ist sie als Letzte in ihrem Büro, weil sie noch einiges zu erledigen hatte. Gerade als sie gehen wollte, will sie noch rasch nach einem Termin in ihrem Planer sehen. Da fällt ihr ein, dass sie ihren Planer in dem Büro von Dirk und Bastian vergessen hatte, als sie am mittag bei den beiden gewesen war. Schnellen Schrittes eilt sie zum Büro der Kollegen, reißt die Tür auf (ohne zu klopfen, sie ist nach ihrem Wissen die Letzte in der Etage) und läuft direkt in Bastians Arme, der ebenfalls Überstunden machen musste und gerade nach Hause wollte. Die beiden unterhalten sich und beschließen, noch ein Bierchen zusammen trinken zu gehen. 

Ein paar Wochen später sind Simone und Bastian ein Paar und Dirk ist aus dem Kreis der Partnermöglichkeit ausgeschlossen. Alles Zufall? Haben beide zufällig Überstunden gemacht und hat Simone zufällig ihren Planer im Büro vergessen? Oder war alles ein perfider Plan von einem Unbekannten? "Are we human, or are we dancer?" Ganz unbegründet ist der Ausspruch dieses Pop-Songs nicht. Und wer sich jetzt darüber aufregt, dass ich das Thema des komplexen Zufalls an so einem lapidaren Beispiel erkläre, der möge mich bitte entschuldigen. Es gibt alle Arten von Zufällen, solche mit großem Ausmaß und mit kleinen, stark bewusst wahrgenommene oder geradezu übersehene Zufälle. Es gibt auch diese gewissen zufälle, bei denen es einem eiskalt den Rücken hinunterläuft, beispielsweise wenn man etwas Wichtiges vergessen hat oder etwas sucht und man durch (scheinbar) reinen Zufall diese Sache wiederfindet. Man macht sich Gedanken über ein was-wäre-wenn-Szenario und ist ganz fassungslos.

Gefällt uns dieser Zufall überhaupt? Er zeigt uns doch immer wieder, dass wir nicht Herr der Lage sind, dass wir noch so viel planen und denken und machen können - der Zufall ist allgegenwärtig. Ob in der Philosophie, der Mathematik, der Physik oder in der Gesellschaft. Er ist kausal nicht erklärbar und macht gewisse Ereignisse in unserem Leben unberechenbar. Nun, gut, dann klärt man in der Stochastik gewisse Wahrscheinlichkeiten der Ereignisse oder nimmt an, dass einige Systeme so komplex sind, dass sie uns nur zufällig erscheinen, aber im täglichen Leben hilft uns das auch nicht weiter. Simone hätte nicht errechnen können, wer nun der bessere Partner für sie ist, sie hat es dem Leben überlassen, dass sie dem Richtigen in die Arme gelaufen ist. Im wahrsten sinne des Wortes.

Wir sind also nicht Herr der Lage. Das beschränkt doch wohl auch unsere Freiheit, oder etwa nicht? Er determiniert unseren freien Willen, indem er unseren Willen nicht berücksichtigt. Wir sind unfrei, wenn wir in eine zufällige Situation geraten. Nichtsdestoweniger wäre freier Wille ohne den Zufall nicht möglich, da ohne Zufälle alle Entscheidungen und die darausfolgenden Handlungen unter Berücksichtigung aller Faktoren in jedem fall vorrausgesagt werden könnten. In diesem Sinne wird unsere Freiheit nicht durch den Zufall determiniert. Ein Widerspruch, durchaus.

 Auch das Unterbewusstsein hat seine Rolle nicht dem Zufall überlassen und wie bei so ziemlich allem seine Hände mit im Spiel. Was wäre, wenn unser Unterbewusstsein noch weiß, dass wir etwas zu erledigen haben, dem Körper gewisse Signale sendet und wir denken wir hätten uns zufällig daran erinnert?

Und wenn man nur etwas genauer über dieses Thema nachdenkt und noch Verbindungen zu anderen Sachverhalten stellt, werden es noch mehr und mehr Fragen...

Vielleicht kann man diese ja irgendwann klären.

Bis dahin sei es dem Zufall überlassen...

 

Der Autor

 

18.4.09 23:43

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(19.4.09 14:59)
Bastian und Dirk sitzen spät abends noch im Büro. Es ist nicht viel los.

(Bastian) "Hey Dirk.."

Dirk schaut auf.

(Bastian) "Ich gaub kaum, dass heute noch wer anruft.. Ich muss noch die Akten da noch in den PC haun. Geh du schon nach Hause, ich übernehm deine Anrufe."

(Dirk) "Hm.. cool. Danke. Simone aus der Kundenbetreuung hat mir eben ihren Terminplaner gegeben, damit ich ihr den Urlaub in die ersten beiden Ferienwochen lege. Den wollte sie sich eigentlich noch abholen kommen.."

(Bastian) "Ist kein Problem. Ich geb ihn der wenns geht."

(Dirk) "Nja.. okay.. Sag ihr noch, es hätte geklappt. Ich habe ihren Urlaub vorverlegt. Aber nur weil sie es ist."
(Dirk lächelt abwesend.)

Bastian nickt zustimmend.

(Dirk) "Dann bis Montag"

(Bastian) "Jo. Tschau"

Bastian ist schon ewig auf Simone scharf. Dirk auch. Bastian weiß das.
Grade als Dirk in den Aufzug steigt und sich die Türen schließen, sieht Bastian wie Simone aus dem Korridor vom Nachbargebäude kommt.

(Bastian, flüsternd) "Strike"

Er steht auf und packt schnell alles zusammen. Mit dem Planer in der Hand steht er hinter der Tür.

Die Tür geht auf und Simone läuft direkt in seine Arme.....



Zufall und Determinismus sind meist das Gleiche. Sie sind subjektiv und aus fehlender Kenntnis wird aus dem Determiniertem der Zufall.

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