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Und wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonnendeck

Diese Songzitat entspricht leider leider nicht ganz der Wahrheit. Selbst wenn ich ein Sonnendeck besäße, würde es mir rein gar nichts bringen, denn seit fünf Wochen regnet es ununterbrochen.

 Da macht man sich eben mit Liedern warme Gedanken.

 Gedanken. Ist es nicht seltsam, worüber man sich alles Gedanken machen kann? Egal wie sinnvoll oder -frei das Ganze werden mag. Generell muss ja nicht immer alles einen Sinn haben. Man wird sich doch mal fragen können, wie Menschen vor ca. 10.000 Jahren darauf gekommen sind, Getreide anzubauen und später daraus Brot zu backen. Oder wie die weiblichen Erdmännchen explizit genannt werden.Sind das dann Erdmännchenweibchen? Erdweibchen? Oder ganz salopp und un-emanzipiert weiblliche Erdmännchen? Wenn also ein Zoologe das hier liest, er möge mir bitte per Kommentar Auskunft geben.

Natürlich kann man sich auch ganz ernst denken: "Solch dumme Gedanken müssen nicht gedacht werden. Ist ja Unsinn." 

Aber wenn man so drinnen sitzt und draußen der Regen an die Fensterscheiben prasselt, können die Gedanken auch mal weit davon schweifen.

"Und alles was ist dauert drei Sekunden. Eine Sekunde für vorher, eine für nachher, eine für mittendrin."

 Klingt doch ganz logisch, oder?

 Der Autor

 

1 Kommentar 29.8.10 16:27, kommentieren

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Von Märchenerzählern und Automechanikern

Ich merke gerade, dass ich eben den „Fehler“ begehe, über den ich mir unentwegt Gedanken mache. Ich denke nach. Nun gut, gegen das Nachdenken an sich ist bestimmt nichts zu sagen, manchen Menschen kann man auch ans Herz legen, hin und wieder Gebrauch von ihrem Oberstübchen zu  machen, aber in einigen Situationen ist zu viel Nachdenken sogar kontraproduktiv.

Wie sicher jeder, der sich einmal auf diesen Blog verirrt hat gemerkt hat, schreibe ich höchst (!) unregelmäßig. Mit Abständen, die Monate betragen. Das finde ich irgendwie sehr traurig.

Gerne würde ich mich weiter – und vor allem häufiger – anderen mitteilen, mich auf das Feedback  derer freuen und froh sein, wenn es jemandem gefällt, was ich geschrieben habe.

Mein Problem ist recht simpel: Ich denke zu viel.

Krampfhaft versuche ich die Gedankenzipfel, die in meinem Kopf herumschwirren zu fassen, sie an mein Bewusstsein zu ziehen – und kriege davon nichts als Kopfschmerzen. Mit dem Resultat, dass der Gedanke entwischt wie ein glitschiger Fisch.

Einige meiner (wie andere Leute sagen und ich mit aller Bescheidenheit auch) besten Einträge oder sonstigen geschrieben Gedankenskizzen kamen quasi aus dem Nichts.

Nicht denken.

Dran setzen

Fühlen

Erleben

Schreiben

 

Schreiben.

Eines der für mich natürlichsten Dinge der Welt und das, seit ich denken kann (bzw. seit ich im zarten Alter von 6 Jahren das Schreiben lernte).

Da setzte man sich noch mit Block und Stift an den Tisch und schrieb eine kleine Geschichte. Vielleicht eine halbe Seite in schönster Grundschul-Schnörkel-Krakel-Schrift. Und dann malte man noch ein Bild dazu. Mit Wachsmalkreide zum Beispiel.

Dann in der weiterführenden Schule.

Geschichten schreiben.

Gruselgeschichten, Märchengeschichten, Liebesgeschichten – das volle Programm!

Heraus kamen die fantasievollsten und liebenswürdigsten Kindergeschichten, die von den Großeltern immer so bestaunt wurden und die man Mama zu Muttertag schenkte.

Doch je älter man wurde, desto planmäßiger verlief das Ganze.

Erst einmal musste man den Schock verarbeiten, dass eine Kurzgeschichte nicht so heißt, weil sie kurz ist, sondern weil sie durch einige Merkmale ausgezeichnet ist.

Auf einmal setzte man sich nicht mit Block und Stift an den Tisch und schrieb eine kurze Geschichte. Man schrieb überhaupt nicht mehr. Man analysierte.

 Laut wikipedia.de ist eineAnalyse eine systematische Untersuchung, bei der das untersuchte Objekt oder Subjekt in seine Bestandteile zerlegt wird und diese anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet werden. Dabei dürfen die Vernetzung der einzelnen Elemente und deren Integration nicht außer Acht gelassen werden.“

Und das setzt man dem passionierten Schreiberling vor, der es Zeit seines Lebens geliebt hat, sich Charaktere auszudenken, ihnen Leben einzuhauchen und Welten für sie zu erschaffen.

Das Schreiben war ein Spiel, wie andere Kinder mit ihren Spielfiguren spielten, spielte man mit der Sprache. Und nun zerlegte „man das untersuchte Objekt in seine Einzelteile“.

Das klang eher so, als wolle man ein Auto ausschlachten und nicht mit der Sprache spielen.

 

Aber man analysierte brav weiter. Alles was man so in die Finger bekam: Kurzgeschichten, Gedichte (sehr viele Gedichte), Prosatexte…

Und wenn man fein analysiert hatte, dann interpretierte man.

Wobei ich mich immer gefragt habe, wo der Freiraum zur eigenen Interpretation lag (solang man es „am Text belegen“ konnte). Wenn es dem Lehrer nicht gefallen hat, kam trotzdem ein „ausreichend“ drunter.

 

Im Laufe der Zeit wurde das Denken des Kindes, das einfach nur mit der Sprache spielen wollte immer analytischer.  

Und aus Protest oder aus Trauer – ich weiß es nicht – hat sich die Fantasie irgendwann in die hinterste Ecke verkrochen. Ab und an versucht sie noch, einige Gedanken in den Raum zu schicken, doch die werden ganz schnell von der Intention des Autors und vom fünfhebigen Jambus weggeschubst. 

 

Neulich gab ich im Rahmen einer Kinderaktion einen Kurs für kreatives Schreiben, meine „Schreibwerkstatt“. Mit Sechstklässlern.

Ich saß mit den Kindern an einem Tisch, wir hatten Blöcke und Stifte.

Da fragte ich: „Wenn ihr eine Geschichte schreiben wollt, wie fangt ihr an? Macht ihr euch einen Plan oder…“

 

-         es unterbricht mich ein kleines Mädchen:

 

„Also ich schreib immer drauflos. Einfach drauflos.“

 

 Der Autor

5 Kommentare 10.9.09 14:38, kommentieren

Entweder man stirbt oder man lebt solange, bis man selbst der Böse ist

Dieses Zitat stammt aus der Comicverfilmung „Batman – The Dark Knight“.

 

Ich möchte es aber gerne auf einen anderes Thema übertragen:  Auf unerfüllte und erfüllte Liebe. Es beginnt ja alles damit, dass man anfängt, sich für eine bestimmte Person zu interessieren, dass man sie öfter sehen will, dass man glücklich ist, bei ihr zu sein.

Und dann kann es in zwei Richtungen gehen: Entweder es wird was draus – erfüllte Liebe – oder man wird zurückgewiesen, was dann in eine unerfüllte Liebe führt.

Beschäftigen wir uns mit Fall 1. Die Liebe wurde erfüllt, man ist glücklich zusammen. Aber irgendetwas ist anders als in der Zeit des Schwärmens. Man muss nicht mehr schwärmen, da man die angehimmelte Person  sozusagen „hat“. Die Person ist nicht mehr unerreichbar, was das Ganze früher immer so herrlich schön spannend gemacht hat. Man fiebert nach einer Weile nicht mehr so sehr dem Moment entgegen, in dem man sich wieder sieht.

Die Unerreichbarkeit der Person war Glück und Unglück zugleich. Es ist wie ein Spiel. Anfangs fiebert man noch mit, aber sobald es sich langsam abzeichnet, dass man gewinnen wird, ist es nicht mehr so spannend. Die anfängliche, teils quälende Aufregung im Leben wird durch glückliche Gleichförmigkeit ersetzt. Was ist jetzt besser?

Im 2. Fall, der unerfüllten Liebe, kommt das Schwärmen wieder zum Tragen. Man weiß, dass man die Person nicht haben kann, aber dadurch hört man nicht auf, sie zu lieben. Und es geht wieder aufs Neue los: Kommt sie heute? Was sag ich zu ihr? Was ist wenn sie nicht kommt?

Man fängt an zu spekulieren und sich Traumgeschichten auszudenken, wie man es nur in einer unerfüllten Liebe vermag. Was auch daran liegt, dass die geliebte Person auf ewig perfekt bleiben wird. Man hat nur das eine Bild der Person,  in welches man sich verliebt hat. Man war nie mit der Person zusammen, man wird nie erfahren, dass er  furchtbar schnarcht oder dass sie schrecklich unzuverlässig ist. Man wird nie all die Macken erfahren, die man in einer Beziehung rasch erkannt hätte. Und deswegen taugt auch nur unerfüllte Liebe für das Wunschdenken, dass auf eine bestimmte Art und Weise „schrecklich schön“ ist.

Aufregung, Sehnen, Hoffen…

Irgendwann wird man die Person nicht mehr lieben, vielleicht weil man sogar jemand anderes gefunden hat, der einem zur Abwechslung auch einmal Liebe entgegenbringt.

Aber das Bild des Perfekten, den man solange innig und verzweifelt geliebt hat, ist nie ganz weg. Weil es einfach zu schön war. Weil es so viele wunderbare Illusionen hervorgebracht hat, die man aus irgendeinem Grund nicht missen will.

Im Gegensatz zur erfüllten Liebe geht unerfüllte Liebe nie zu Ende, weil sie nie zugelassen wurde. Was nicht zugelassen wurde, kann auch nicht kaputt gehen. 

 

Durch Gewohnheit und Streit geht die erfüllte Liebe irgendwann zu Ende und ist selbst der Böse.

 

Oder die Chance auf eine Beziehung in der unerfüllten Liebe stirbt, und so bleibt die Liebe selbst bestehen.

 

 

 

 

 

Der Autor

3 Kommentare 30.5.09 10:00, kommentieren

Die Freunde sind froh, alles klar, du bist soundso…

Alle sind ständig auf der Suche nach dem, was zu ihnen passt. Man kann sich vor „Selbst-Tests“ a la „Welches  Haustier passt zu Ihnen?“ oder „Was für ein Handy-Typ sind Sie?“ in Zeitschriften und auf Internetseiten kaum noch retten. Und alles dient zur Ermittlung, des Optimalen, das zu einem passt. Und wehe, wenn etwas nicht passt! Erstaunlich dabei ist, dass einem selbst immer nur von anderen erklärt wird was zu einem passt. Man kauft sich eine CD von einem neu entdeckten Interpreten, zeigt sie einem Freund und der meint dann: „Also, ich finde, die Musik passt nicht zu dir…“

Wie kann denn Musik auf mich passen? Wenn  man mir sagt: „Der Schuh passt nicht.“ Dann passt er nicht, er ist entweder zu klein oder zu groß. Aber Musik? In dem Fall ist mit dem Passen wohl die Erwartung an die Musik in Kombination mit dem Wesen des Hörers verbunden. Wenn ein Söhne Mannheims Fan plötzlich Rammstein hört, könnte so etwas auftreten.  Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Ist man wirklich glücklicher, wenn alles passt?

Sind wir ständig auf der Suche nach dem perfekten Puzzleteilchen?

Und wer hat Recht, wenn es darum geht was zu einem passt?

Bestes Beispiel: Beziehungen.

Die Eltern beklagen sich über den neuen Freund der Tochter und auch der Freundeskreis meint, sie „passen nicht zusammen“. Ist das jetzt ein Grund für die Tochter, ihren Freund in Frage zu stellen und umgehend zu verlassen? Irgendwas muss sie doch an ihm gefunden haben, sonst wären sie ja nicht zusammengekommen. So schlimm kann er dann doch nicht sein.

Die ganze Chose geht aber auch andersherum:  Wenn alle Welt behauptet, du würdest zu jemanden passen. Dabei ist es völlig gleich, ob du das auch so siehst.

Ja toll. Da passt wer zu mir. Und nun?

Das für einen selbst vermeintlich Perfekte wird einem geradezu rücksichtslos aufgezwängt.

Dass „alle Welt meint“ wir passen zusammen ist für mich noch kein Argument, um sofort etwas mit dieser Person anzufangen. Oder ist das jetzt ein neuer Flirt-Spruch? „Hey, alle Welt meint wir passen zusammen, lass uns doch…“

Eher nicht.

 

Wenn man mit sich selbst und mit dem, was man hat, im Reinen ist, ist es dann nicht egal, ob andere meinen, dass es passt oder nicht?

Muss man denn immer soundso sein?

Mir wurde mal gesagt, ich sähe nicht so aus wie die Musik, die ich höre.

Auf meine Frage, wie ich denn dann aussehen müsste, konnte mir niemand Antwort geben.

 

Etwas passt nicht, sobald es die Erwartungen der Anderen an die eigene Person in irgendeiner Hinsicht stört. Aber wo bleibt denn dann die Erweiterung des Horizontes?

 

„Where I come from, I just don´t conform”

 

 

 

 

Der Autor

30.5.09 10:00, kommentieren

Die unreale Realität des realen Lebens im Kontrast zur Plausibilität des Banalen

Klingt erst einmal ziemlich nichtssagend.

Um überhaupt zu verstehen, was ich damit sagen will, muss man natürlich wissen, worum es geht. Alles eine Frage des Bezugsystems. Es geht bei diesem heutigen Gedanken nicht um die Frage, ob wir in einer Matrix leben, oder ob wir unser Leben nur in einer Traummaschine verbringen, nein, es geht um etwas scheinbar viel simpleres, was es deswegen aber nicht zwingend einfacher zu handhaben macht. Man sollte auch die kleinen Gedanken nicht unterschätzen, auch wenn es auf den ersten Blick unbedeutend zu sein scheint.

Ich habe mir Gedanken gemacht über die mediale Wirklichkeit im Bezug zur Realität. Aber nicht in dem Sinne von retuschierten Bildern, Fantasie-Idealen oder irgendwelchen Stars. Diesmal geht es um die Handlungen in den Medien, vor allem natürlich in fiktiven  Filmen/Serien etc. Die Handlungen in den Nachrichten oder Polit-Shows, das ist ein anderes Thema. Wir nehmen das rein Fiktive, das was sich irgendwelche Drehbuchautoren aus den Fingern saugen, um die Menschen zu "entertainen". Und überprüfen dies auf ihren Wahrheitsgehalt. Natürlich wird man nun denken "Das ist alles ausgemachter Unfug, so etwas passiert niemals im realen Leben!".

Ist das wirklich so? 

Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und irgendwie muss man ja auf die Ideen für die Handlungen kommen, natürlich ist die Endfassung mit einer Menge Fantasie präpariert und von der Realität entfremdet, was eben diesen Hollywood-Effekt mit sich bringt, aber was ist wenn die GRUNDIDEE  auf einer wahren Begebenheit beruht? Was ist, wenn der Drehbuchautor von der Freundin der Bekannten der Tante erfährt, dass sie in eine Dreiecksbeziehung mit dem Nachbarn und dem Arbeitskollegen verstrickt ist? Ein paar Monate später findet sich vielleicht Julia Roberts in der ähnlichen Situation, nur mit ein bisschen mehr Glamour. Sicherlich, es finden sich viele Aspekte in der Lieblingsserie, die "einfach unmöglich" sind. Aber wenn man genauer darüber nachdenkt und etwas von der Übertreibung rauszieht, klingt es gar nicht mehr so banal.

Diese Geschichten sollen ja gerade unterhalten. Sie brauchen die perfekte Zusammensetzung von a) einer Alltagssituation, die es einem ermöglicht, sich mit der Serie zu identifizieren und b) jede Menge Übertreibung, damit wir an der Serie "kleben" bleiben, da sie uns etwas Spannendes und Außergewöhnliches vermittelt. Möglicherweise erhebt sie so auch unser Wunschdenken und unsere Ansprüche an Alltagssituationen.

 Es ergeben sich immer mal wieder Situationen im Leben, da denkt man sich "Bin ich in einem schlechten Film?". Nur weil vielleicht mal nicht alles im Ruder läuft und gleichlinig langweilig ist. Die Filme erwecken in uns das Gefühl, dass alles was nicht gleich einschläfernd Öde ist (= unser Alltagsleben) sondern aufregend oder neu oder anders, geradezu eine Story aus dem neuesten Hollywood-Märchen sein muss. Wir haben gar kein Vertrauen in die Überraschungen des Lebens, weil wir vorgekaukelt bekommen, unser Leben sei eintönig und langweilig. Nur das, was den coolen Leuten hinter der Mattscheibe, pardon, dem LCD Plasmafernseher in HD, passiert sei aufregend.

 

Wenn wir also das nächste Mal den Fernseher anmachen und Brad Pitt und Angelina Jolie  versuchen, sich im gemeinsamen Haus umzubringen um anschließend zusammen auf dem Küchenboden zu landen, denken wir uns "Das ist ganz normal, so gings doch meiner Freundin und ihrem Typen letzte Woche auch..."

 

Der Autor

3.5.09 19:07, kommentieren

And I always be waiting for you...

Dieser schnöde Ausdruck begegnet uns doch sicher in 85% aller Liebeslieder und sicher kennt jeder mindestens eine Groschen-Lovestory in der er/sie auf die/den Richtigen wartet...

Überhaupt warten wir sehr viel. Wir warten auf den Bus oder darauf, dass der Kollege endlich aus der Pause kommt. Wir warten auf den Sommer oder darauf, dass das nächste Album von dem Lieblingsinterpreten erscheint.  Wir warten sehnsüchtig auf das Weihnachtsfest und wenn wir nicht Weihnachts-begeistert sind erwarten wir das totale Grauen. Wir warten, bis die Werbepause endlich vorrüber und der Computer hochgerfahren ist oder wir stehen an der Supermarktkasse - und warten. 

Manchmal wissen wir nicht, für wie lange wir warten müssen.

In manchen Fällen, kann man es uns dafür umso genauer sagen. 

Vor der Achterbahn im Freizeitpark stehen in regelmäßigen Abständen Schilder mit "Ab hier warten sie 30 Minuten". Wunderbar. 

Warten. 

Für die meisten Menschen eine qualvolle, anspannende Zeit der Sehnsucht nach einer bestimmten Sache. Darauf folgt dann die Entspannung und die Glückseligkeit wenn das Warten ein Ende hat. Klingt ein wenig nach Entzugserscheinung, oder? Zumindest mehr oder weniger. Ich will jetzt nicht unbedingt sagen, dass wir überglücklich sind wenn nach 5 Minuten des Wartens der Bus kommt. Aber wenn nach zwei Jahren die Fortsetzung von einem spannenden Buch erscheint, hetzen wir in die Buchhandlung und drücken unseren Neuerwerb mit Vorfreude an uns. Auffallend dabei ist die Unfairness des Wartens. In welcher Relation steht das Warten zu dem Erhalten? Wenn wir jetzt besagte zwei Jahre auf das Buch gewartet haben, es aber innerhalb eines Wochenendes durchlesen...was haben wir davon? Wir wissen genau, dass es wieder elendig lange dauern wird, bis der nächste Band erscheint. Trotzdem können wir es kaum erwarten, das Buch schnellstmöglich zu lesen. Und wieder warten wir.

Wie bei allem gibt es auch beim Warten zwei Seiten der Medaille. Einmal steigt die Wertschätzung der Sache wenn man länger auf sie warten muss und sie nicht gleich erhältlich ist, auch wenn wir sie noch so dringend wollen. Wir lernen die Sache zu schätzen und gehen vielleicht auch sorgsamer mit ihr um, wenn wir sie dann einmal bekommen haben (auch wenn das nach einer Zeit wieder nachlässt, das Bedürfnis nach Besitz ist beim Menschen einfach zu stark ausgeprägt, außerdem spielt die Routine auch noch ihre Rolle dabei). Anderseits ist Warten teilweise reinste Zeitverschwendung, wenn man sie nicht richtig zu nutzen weiß. Natürlich macht man bei unserem zwei-Jahre-auf-das-Buch-Warten nicht nichts, aber wenn man 10 minuten auf die Bahn wartet, die dann noch weitere 10 Minuten Verspätung hat, fehlen uns irgendwo im Laufe des Tages 20 Minuten. Dabei kommt dann noch die Ungeduld, wenn man lange auf etwas warten muss. Irgendwann ist es nicht mehr die Vorfreude, sondern dieses ungeduldig-quengelige Gefühl, das uns auch mal ganz schön unausstehlich werden lässt. Deswegen hassen auch die meisten Menschen das Warten. Die steigende Wertschätzung wird einfach von der Ungeduld aus dem Weg geräumt.

Ob sich das wohl irgendwann ändert? 

Warten wirs ab.

Der Autor

19.4.09 21:14, kommentieren

Lasst die Würfel rollen...

Ein Thema, welches mich schon lange in seinen Bann zieht:

Der Zufall.

 

All die Dinge, die zufällig geschehen. Sind sie von etwas Höherem (Schicksal) bestimmt? Sind sie gar der Wille Gottes? Oder geschehen Zufälle...per Zufall? Und wenn ja, was bedeuten sie für unser Leben? Wenn wir einige Ereignisse unseres Lebens rekonstruieren, wie viele davon ereigneten sich durch Zufall? Wie viele Bekanntschaften, spätere Freunde und Partner treffen wir durch Zufall? Haben Menschen, die sagen sie überließen nichts dem Zufall wirklich Recht? Kann man sein Leben dermaßen durchorganisieren, dass alles vorraussehbar ist? Und: will man das überhaupt? Sind es nicht die Zufälle, die bestimmte Ereignisse erst interessant machen? Geben sie nicht der Geradlinigkeit das  "Gewisse Etwas"? Warum sollten wir den Zufall berechnen?

Sehr viele Fragen und es stellen sich immer mehr.

Die Definition besagt, dass es sich beim Zufall um den Übergang aus einer Ausgangssituation, die mehrere Endsituationen ermöglicht, in genau eine dieser Endsituationen handelt, wobei zum einen keine erkennbare Ursache für das Zustandekommen dieser einen Endsituation vorliegt und zum anderen bei wiederholtem Vorliegen derselben Ausgangssituation auch die anderen Endsituationen eintreten können.

Dabei kennen wir die verschiedenen möglichen Endsituationen nicht. Der eingetretene Zufall hat uns all die anderenn Möglichkeiten genommen. Wer wollte das so? Ist überhaupt jemand dafür verantwortlich, dass letztendlich diese eine Möglichkeit zustande gekommen ist? Nehmen wir ein (eher leichtfüßiges) Beispiel: Simone findet Gefallen an ihren beiden Arbeitskollegen Dirk und Bastian. Beide sind sehr nett, sie unterhält sich mit beiden gern und findet sie auch attraktiv. Nur wer der Richtige ist, dass weiß Simone nicht. Eines abends ist sie als Letzte in ihrem Büro, weil sie noch einiges zu erledigen hatte. Gerade als sie gehen wollte, will sie noch rasch nach einem Termin in ihrem Planer sehen. Da fällt ihr ein, dass sie ihren Planer in dem Büro von Dirk und Bastian vergessen hatte, als sie am mittag bei den beiden gewesen war. Schnellen Schrittes eilt sie zum Büro der Kollegen, reißt die Tür auf (ohne zu klopfen, sie ist nach ihrem Wissen die Letzte in der Etage) und läuft direkt in Bastians Arme, der ebenfalls Überstunden machen musste und gerade nach Hause wollte. Die beiden unterhalten sich und beschließen, noch ein Bierchen zusammen trinken zu gehen. 

Ein paar Wochen später sind Simone und Bastian ein Paar und Dirk ist aus dem Kreis der Partnermöglichkeit ausgeschlossen. Alles Zufall? Haben beide zufällig Überstunden gemacht und hat Simone zufällig ihren Planer im Büro vergessen? Oder war alles ein perfider Plan von einem Unbekannten? "Are we human, or are we dancer?" Ganz unbegründet ist der Ausspruch dieses Pop-Songs nicht. Und wer sich jetzt darüber aufregt, dass ich das Thema des komplexen Zufalls an so einem lapidaren Beispiel erkläre, der möge mich bitte entschuldigen. Es gibt alle Arten von Zufällen, solche mit großem Ausmaß und mit kleinen, stark bewusst wahrgenommene oder geradezu übersehene Zufälle. Es gibt auch diese gewissen zufälle, bei denen es einem eiskalt den Rücken hinunterläuft, beispielsweise wenn man etwas Wichtiges vergessen hat oder etwas sucht und man durch (scheinbar) reinen Zufall diese Sache wiederfindet. Man macht sich Gedanken über ein was-wäre-wenn-Szenario und ist ganz fassungslos.

Gefällt uns dieser Zufall überhaupt? Er zeigt uns doch immer wieder, dass wir nicht Herr der Lage sind, dass wir noch so viel planen und denken und machen können - der Zufall ist allgegenwärtig. Ob in der Philosophie, der Mathematik, der Physik oder in der Gesellschaft. Er ist kausal nicht erklärbar und macht gewisse Ereignisse in unserem Leben unberechenbar. Nun, gut, dann klärt man in der Stochastik gewisse Wahrscheinlichkeiten der Ereignisse oder nimmt an, dass einige Systeme so komplex sind, dass sie uns nur zufällig erscheinen, aber im täglichen Leben hilft uns das auch nicht weiter. Simone hätte nicht errechnen können, wer nun der bessere Partner für sie ist, sie hat es dem Leben überlassen, dass sie dem Richtigen in die Arme gelaufen ist. Im wahrsten sinne des Wortes.

Wir sind also nicht Herr der Lage. Das beschränkt doch wohl auch unsere Freiheit, oder etwa nicht? Er determiniert unseren freien Willen, indem er unseren Willen nicht berücksichtigt. Wir sind unfrei, wenn wir in eine zufällige Situation geraten. Nichtsdestoweniger wäre freier Wille ohne den Zufall nicht möglich, da ohne Zufälle alle Entscheidungen und die darausfolgenden Handlungen unter Berücksichtigung aller Faktoren in jedem fall vorrausgesagt werden könnten. In diesem Sinne wird unsere Freiheit nicht durch den Zufall determiniert. Ein Widerspruch, durchaus.

 Auch das Unterbewusstsein hat seine Rolle nicht dem Zufall überlassen und wie bei so ziemlich allem seine Hände mit im Spiel. Was wäre, wenn unser Unterbewusstsein noch weiß, dass wir etwas zu erledigen haben, dem Körper gewisse Signale sendet und wir denken wir hätten uns zufällig daran erinnert?

Und wenn man nur etwas genauer über dieses Thema nachdenkt und noch Verbindungen zu anderen Sachverhalten stellt, werden es noch mehr und mehr Fragen...

Vielleicht kann man diese ja irgendwann klären.

Bis dahin sei es dem Zufall überlassen...

 

Der Autor

 

2 Kommentare 18.4.09 23:43, kommentieren